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Mittwoch, 3. Februar 2016

Offene Bildungsprozesse (#OEP) als Voraussetzung für Offenheit am Arbeitsplatz unabdingbar

Es wird in diesen Wochen sehr viel über die Zukunft der Arbeit gesprochen. Diese Digitalisierung wirft alte Paradigmen über den Haufen. Arbeitsmarkt werden ohne Rücksicht auf nationale Modelle der Tarifbindung globalisiert, Firmen kommen ihre jahrezahntealten Geschäftsmodelle abhanden und der einzelne Arbeitnehmer sieht sich vollkommen neuen Herausforderungen bezüglich des lebenslangen Lernens gegenüber.

Wie der Dominik Osterholt von Google (Achtung Weltverschwörung!) in der letzten Woche in einem spannenden Vortrag schon sehr anschaulich gezeigt hatte: Anpassungsfähigkeit ersetzt Zertifikate als Ausweis beruflicher Kompetenzentwicklung. An dieser Stelle wäre es nun spannend, wenn die Debatten um offene Bildungsinhalte (#OER) und Bildungsprozesse (#OEP) sowie um die digital bedingte Nachfrage nach mehr Anpassungsoffenheit im Beruf mal zusammengebracht würden.

Kann es überhaupt eine Bereitschaft zur Offenheit und Anpassung beim einzelnen Arbeitnehmer geben, wenn dieser in der Phase der Erstausbildung, beruflichen Bildung oder Fortbildung stets gelernt hat, dass Eigeninitiative nicht Teil des Curriculums ist? Die mangende Bereitschaft zur Kreativität wird doch stattdessen in den Rasterkatalogen der schulischen Bildung und Prüfungen heute schon sehr früh aberzogen. Auch die Verschulung des Studiums und der Zwang zur Effizienz tragen ihren Teil dazu bei, dass am Ende der ersten Bildungsphase der anpassungsbereite und kritiklos Arbeitnehmer steht; "anpassungsbereit" bezieht sich dabei aber allein auf die Fähigkeit, die Regeln des internen Systems, der internen Unternehmenspolitik zu erkennen, um ab dann auf die irgendwo herumstehende Karriereleiter steigen zu können. Am Ende dieses Bildungsprozesses (oder aber später dann mit Mitte 40) steht daher nicht selten die Frage: Wer bin ich eigentlich und für welche Themen stehe ich?

Wenn wir also angesichts der digitalen Zukunft der Arbeit Offenheit und Adaptionsfähigkeiten steigern wollen, müssen wir damit bereits in der Grundschule beginnen. #OEP stellen daher aus meiner Sicht einen spannenden Ansatz dar, um offene Methoden frühzeitig in die Curricula zu implementieren.

Mehr zu dem Thema gibt es in dem von Anja C. Wagner initiierten HangoutOnAir mit Sebastian Horndasch vom Deutschen Stifterverband, Ulf Ehlers von der Dualen Hochschule BaWü und mir.