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Freitag, 14. August 2015

Was wäre Marktwirtschaft ohne das Prinzip #Macht: @luebbermann zeigt wie es geht

Während #Unternehmensdemokratie von Kritikern des Umbaus von Unternehmen in agilere Firmen immer noch gern als nicht-innovative und wirklichkeitsferne Utopie kritisiert wird, zeigt @Luebbermann von @premiumcola bei der TEDxLüneburg, wie es geht.

Das Beispiel von @premiumcola ist gleich in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Grundsätzlich geht es um die Aufbau eines wirtschaftlichen Öko-Systems, dass innerhalb des übergeordneten marktwirtschaftlichen Rahmens von Profit und Macht eine Alternative anbietet. Vieles an der Darstellung von @premiumcola erinnert mich an den Beitrag von Nafeez Ahmed zum Wandel der Marktwirtschaft in Folge der Digitalisierung.

Der Geschäftsbetrieb von @premiumcola ist gekennzeichnet durch komplett andere Wertvorstellungen und Logiken:

  • Es gilt der Handschlag und die mündliche Übereinkunft mit über 1.000 Partnern statt des Aufbaus umfänglicher Vertragswerke.
  • Die Kunden sind im weitesten Sinne "Miteigentümer" der Marke und werden auch als solche behandelt. 
  • Werbung wird abgelehnt, da gute Qualität und nicht nerviges "Belästigen" mit Werbebotschaften überzeugen soll.
  • Hierarchien und unterschiedliche Entlohnung werden abgelehnt, da jeder Mensch moralisch gesehen grundsätzlich gleich viel wert ist.
  • Die in der kleinen Firma fest Angestellten sind mehr "Enabler" und keinesfalls des Herstellungs- und Vertriebsprozesses. 
  • Niemand (Kunde, Kernbelegschaft, Partner) und auch keine andere Firma "besitzt" Teile der Firma oder des Produktionsprozesses.
  • Statt Macht gegenüber Kunden oder Handelspartnern auszuüben, werden alle Beteiligten im weitesten Sinne als gleichwertig betrachtet. Entscheidungen sind daher nicht Folge von Machtgefälle sondern von Konsens.
  • Gewinn zu machen, wird abgelehnt. Wofür sollte Gewinn gemacht werden (zumal ja eben die Belegschaft eine Enabler-Funktion übernimmt?)
  • @luebbermann als ursprünglicher Initiator versteht sich als Moderator des Produktions- und Vertriebsprozesses; als Gleicher unter Gleichen.

Damit gibt es im Ergebnis nicht mehr die von der Außenwelt abgegrenzte Firma, die irgendwann nur noch als System darauf bedacht ist, Gewinn zu generieren, ohne zu fragen, ob der Zweck des Produkts oder der Zweck des Gewinns überhaupt gegeben ist. Das Prinzip der Freiwilligkeit führt dazu, dass Macht nicht entstehen und auch nicht missbraucht werden kann.

Was wohl Vorstände von DAX-Unternehmen dazu sagen würden?