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Dienstag, 14. April 2015

Der Gipfel der 7 nicht führenden Industrienationen

Die Qualitätsmedien, die einen solch hohen Anspruch an Qualität vorzugeben pflegen, überraschen doch immer wieder mit einer erstaunlich unreflektierten Übernahme politisch verzerrter Semantiken. So wird angesichts des aktuellen G7-Gipfels in Deutschland (Außenminister in Lübeck) immer wieder und nach wie vor von den "7 führenden Industrienationen" gesprochen.

Diese Bezeichnung ist sachlich falsch.

Die Mitglieder des G7-Gipfels gemäß des politischen und medialen Selbstverständnisses sind:
  1. USA
  2. Japan
  3. Deutschland
  4. Italien
  5. Frankreich
  6. Kanada
  7. UK


Die 7 führenden Industrienationen sind aber in absoluten Zahlen (BIP):
  1. USA
  2. China
  3. Japan
  4. Deutschland
  5. Frankreich
  6. UK
  7. Brasilien


Brasilien und China und damit 1,6 Mrd. Menschen werden demnach aus nicht näher genannten Gründen aus dem 7er-Club ausgeschlossen.

Die 7 führenden Industrienationen nach der pro-Kopf-Wirtschaftsleistung sind (IWF-Daten):
  1. Luxemburg
  2. Norwegen
  3. Katar
  4. Schweiz
  5. Australien
  6. Dänemark
  7. Schweden

Es wird demnach sowohl für die Medien als auch einige westliche Länder Zeit, sich von der egozentrischen Sichtweise zu verabschieden, dass die Wirtschaftskraft nach wie vor in den G7-Ländern am höchsten sei. Dies ist in der Vergangenheit durchaus so gewesen und hat dem entsprechend anfänglich die G7-Logik begründet. Die im G7-Gremium vertretenen Ländern täten aber gut daran, zu erkennen, dass sich in Zukunft die wirtschaftliche und damit geopolitische Schwerkraft von Westen nach Osten und damit nach Asien bewegen wird.