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Donnerstag, 15. Januar 2015

Datensicherheit: Leider noch kein Thema für den Arzt von nebenan

Gastbeitrag von Dr. Jochen Deppe, Zahnarzt

Zum Datenmanagement intraoraler Scanner

Intraorale Scanner zur digitalen Abformung sind was ihre Genauigkeit und Zuverlässigkeit angeht, dokumentiert und ihre technischen Grundlagen sowie der Workflow aus Anwendersicht sind beschrieben. Jedoch gibt es keine wissenschaftlichen Arbeiten darüber, wie diese Geräte mit den generierten Datensätzen umgehen oder welchen Rechtsnormen sie unterliegen. Abgesehen von der Bedeutung, die die europäische und nationale Legislative dem Datenschutz beimisst, ist spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden in der Bevölkerung die Sensibilität für die Datensicherheit gestiegen.

Foto: Jochen Deppe (klassischer analoger Abdruck)


Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Aspekten des Datenschutzes, die für intraorale digitale Abformungen gelten und wendet diese Erkenntnisse an, um Kriterien für sicher anwendbare Systeme zu beschreiben. Ein intraoraler Abdruck unterliegt als personenbezogener Gesundheitsdatensatz dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) oder der entsprechenden EU-Richtlinie 95/46. Damit hat der Anwender besondere Verpflichtungen, was die Erstellung, Verarbeitung und Weitergabe dieser Datensätze betrifft. Insbesondere die Datenübertragung über das Internet ist kritisch zu beurteilen.

Ein Zahnarzt, der ein solches Gerät betreiben will, muss sich sorgfältig mit dem Datenschutz, den eine digitale intraorale Abformung verlangt, auseinandersetzen und sicherstellen, dass das ausgewählte Gerät rechtssicher und im Einklang mit der Schweigepflicht zu betreiben ist.