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Freitag, 24. Oktober 2014

Der #ITG14: Digitaler Aufbruch sieht anders aus


Der Digitaler Aufbruch (wird verschoben)

Die Debatte um Digitalisierung, Google und Co. erreicht in Deutschland ja immer wieder neue ungeahnte Tiefen; leider beziehen sich die "Tiefen" eher auf die Qualität statt die Reife der Debatte.

Angesichts des inflationären Gebrauchs der Buzzwords "Industrie 4.0", "Digitalisierung" und "AnalogeAgendaDE" "Digitale Agenda" hätte man in der Berichterstattung zum #ITG14 eigentlich etwas mehr Aufbruchsstimmung erwarten dürfen.

Kann aber ein Aufbruch gelingen, wenn schon allein das Design des Bühnenbildes (ich weiß, ein Nebenaspekt) geradezu unangenehm deutlich an den verunglückten Börsengang der #DTAG im letzten Jahrtausend erinnert?

Kann ein Aufbruch gelingen, wenn die #ÖR in den 19 Uhr Heute-Nachrichten das gesamte Themenspektrum des #ITG14 anhand eines Beispiels von "Fitness-Überwachung" (welch Wortschöpfung!) auf die Datensicherheit verengen? Was bleibt bei der älteren Klientel zum Thema Digitalisierung/Internet hängen? "Internet bedeutet Gefahr"?

Kann der Aufbruch gelingen, wenn inzwischen von der "Angst der Deutschen vor dem Internet" geschrieben wird? So schreibt die @HuffPostDE (der man natürlich entsprechende Interessen unterstellen kann), dass die Bundesregierung eindeutig Schuld habe an dieser abwehrenden Haltung der Bürger in Folge ihrer eigenen "netz-feindlichen Politik". Reportagen wie jene des ZDF, die die Samwer-Brüder dämonisierten statt auf den Erfolg eines hiesigen StartUps hinzuweisen, täten ein übriges.

Kann ein Aufbruch gelingen, wenn nach wie vor jeder neu asphaltierte Autobahnabschnitt mit einem Festakt eingeweiht wird, die digitale Infrastruktur aber inzwischen hinter der von Bulgarien und Rumänien zurückgefallen ist?

Der von mir sehr geschätzte +Gunter Dueck hat das inzwischen nur noch fatalistisch zu beschreibende politische Versagen bei der Digitalisierung in seinem aktuellen Blogpost unter der Überschrift "Neulandscham, bewusst nackte Kaiser und SABTA" in seiner unnachahmlichen Weise verarbeitet.

#itg14 - setzen, 6

Sascha Lobo schreibt in seinem Beitrag für den SPIEGEL von der Merkelschen "wertelosen Digitalpolitik". Er kritisiert zu Recht die Ablenkungsmanöver der rot-schwarzen Politikerelite von der Totalüberwachung der Bürger durch US- und deutsche Geheimdienste sowie deutsche Unternehmen, die in politisch nicht kontrollierter Sphäre uns alle ausspähen können, während gleichzeitig die im Rampenlicht stehenden Unternehmen Google und Facebook in populistischer Weise vorgeführt werden.

Bei Facebook ist jeder 2. Bürger in diesem Land angemeldet; da weiß Max Mustermann, dass er von Datenschutz-Aspekten betroffen sin könnte. Dass bei Max gleichzeitig die Backdoors seines Smart Home Systems genutzt werden, um ihn und seine Kontakte auszuspähen, bekommt er halt nicht mit. Dass aber dieses Internet der Dinge the Next Big Thing des Hackens ist, ist in Fachkreisen längst Konsens. Warum ist es nur dort Konsens?

Der @gsohn fasst die derzeitige fatale Situation in seinem aktuellen Post unter der Überschrift "Mit Angsthasen ist digital kein Staat zu machen" wie gewohnt pointiert zusammen. Mit Hinweis auf das Aufeinandertreffen des "Industrie 4.0" Buzzwords und der analogen Realität in deutschen Unternehmen schreibt er: "Statt auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, verstecken sich die liebwertesten Gichtlinge des Top-Managements hinter Berichtsorgien und Kennzahlen-Management." Das ist starker Tobak und man könnte sich mit dem Hinweis schützen, dass dies die Auffassung eines dieser seltsamen Blogger sei. Dumm nur, wenn selbst relativ traditionelle Medien wie die SZ unter der Überschrift "Mehr Verantwortung, weniger Gipfel" in der gleichen Art und Weise argumentieren. Dumm nur, wenn die deutsche Internet-Phobie von Teilen der politischen Elite inzwischen international Kreise zieht, weil selbst die bei den Offlinern akzeptierten Medien wie der "The Economist" dieses typisch deutsche Problem ihrer internationalen Leserschaft gegenüber darlegen. In den 1990er Jahren ging der Begriff der "Schädigung des Standortes Deutschland" durch die Medien. Interessant, dass weite Teile der damaligen Rufer heute selbst zu Denjenigen gehören, die dem Standort Deutschland durch ihre digitale Verweigerungshaltung (unbewusst) nichts Gutes angedeihen lassen wollen.

Digitalisierung - in Deutschland ganz unten (Foto: Ole Wintermann)

Der Streit zwischen VG Media und Google - Beispiel für eine kurzsichtige Debatte

Der bekannte Streit zwischen Google und der VG Media um die Darstellung der Snippets der Verlagsinhalte in den Suchergebnissen von Google steht symptomatisch für den suboptimalen Umgang mit der digitalen Herausforderung. Nach der Einführung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger war es nur eine Frage der Zeit, bis die ungeklärte Frage beantwortet werden musste, welcher Zeilenumfang in den Suchergebnissen von Google und Co. unentgeltlich dargestellt werden dürfte. Die VG Media hat recht rigoros reagiert und Google kurzerhand verklagt, da man dort der Meinung war, Google stelle zu viele Inhalte dar, ohne dafür zu zahlen. Google hat entsprechend reagiert und die Suchergebnisse der Mitglieder VG Media auf Überschriften reduziert. Diese Reduzierung passte der VG Media nun aber auch wieder nicht. @Niggi hat den Vorgang in seinem Blog unter der Überschrift "Verlage empört: Jetzt will Google nicht einmal ihr Recht verletzen!" sehr schön und nachvollziehbar beschrieben.

Die "Debatte" (die interessanter Weise bis auf die Pressemitteilungen von Google in keiner sichtbaren Weise den Nutzer/Leser erwähnt) wird zur Zeit fortgeführt. Die aktuelle Entwicklung scheint in die Richtung zu gehen, dass VG Media anerkennen muss, dass ihre digitale Marktmacht nicht so weit reicht, dass sie Google dauerhaft die Stirn bieten kann. Hätte man nicht etwas mehr Weitsicht beweisen können?

Die ARD und die CC-Lizenzen - Beispiel für Weitsicht

Es gibt aber auch ungeahnte positive Überraschungen im deutschen Digitalisierungs-Diskurs: So ist es ausgerechnet die ARD, die zur Zeit die Nutzung von CC-Lizenzen für ihre Inhalte prüfen lässt. Dies ist nur konsequent, handelt es sich doch zumeist um Inhalte, deren Produktion und/oder Nutzung vom GEZ-Zahler bereits finanziert worden sind. Wieso sollte man Inhalte, die vom (Steuer/GEZ-)Zahler bereits finanziert worden sind, diesem nach der Ausstrahlung vorenthalten, depublizieren oder die Verbreitung verbieten?

Auch hier gibt es nun einen Verband, den Berufsverband der Auftragskomponisten, der sich nun in einem offenen Brief gegen die Öffnung ausspricht. Der Wortlaut des Briefes wiederholt all die bekannten Vor-/Fehlurteile ("Die öffentlich-rechtlichen Sender arbeiten letztlich an ihrer eigenen Abschaffung", "Suchdienste (!) werden enorm gefördert") über die digitale Welt, deren Wiederholung sie nicht wahrer werden lässt. Es handelt sich um einen typischen im juristischen Deutsch verfassten Bedenkenträger-Brief, der nicht die Chancen sondern ausschließlich die Gefahren sieht.

Dies ist umso bedauerlicher, als dass ja durchaus Punkte angesprochen werden (Gewerkecharakter der Kompositionen mit unklarer Zuordenbarkeit der Lizenzen, Nutzung der CC-Inhalte durch Plattformen mit kommerziellem Charakter), deren Behandlung im Sinne der Digitalisierung der Medien und der Wirtschaft dringend angeraten wäre. Die Veröffentlichung eines solchen Briefes verdeutlich die Fehleinschätzung der eigenen kommunikativen Botschaft. Ein Blick auf die GEZ-Debatten in den entsprechenden Foren über die Frage, wieso ARD und ZDF über iTunes et al. ein zweites Mal abkassierten, sollten den Autoren eigentlich deutlich vor Augen führen, dass eine stärkere Orientierung am Zuschauer angebracht wäre, wenn man in Zukunft mit den eigenen Inhalten in einem internationalisierten Wettbewerb noch ansatzweise mithalten möchte. Es bleibt den Innovatoren in den ARD-Anstalten zu wünschen, dass sie sich am Ende im Sinne der Verbraucher und Bürger intern durchsetzen werden.

Das Feuilleton tut sich derzeit keinen Gefallen

Es ist der Auseinandersetzung auch nicht dadurch geholfen, dass die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier die Frage mehr als offenbar werden lässt, ob der Deutsche Buchhandel eigentlich wusste, wem man dort den Preis verliehen hatte. Florian Cramer von der @redaktionmerkur stellt in seinem Beitrag genau diese Frage und seziert in nüchterner Art die Unwissenheit der Verleihenden bezüglich der digitalen Logiken und Semantiken. Man möchte im Boden versinken bei der Vorstellung, dass sich viele Anwesenden und der Preisträger selbst genau diese Frage während der Laudatio gestellt haben (da waren sie wieder, die nackten Kaiser).

Es ist ebenfalls nicht hilfreich, wenn bei der von der Alfred Herrhausen Stiftung ausgerichteten Konferenz "Denk ich an Deutschland" zwar einerseits mit Ansgar Baums, Lena-Sophie Müller und Gesche Joost (et al.) wichtige Player der deutschen Netzpolitik Podiumsplätze eingeräumt werden, andererseits aber Ursula Weidenfeld als Vertreterin des klassischen Feuilletons (bezeichnend; nutzt nur einen inaktiven Twitter-Account) in einer in der Rolle (zu) persönlich gehaltenen Einleitung den Keynote-Speaker Jens Redmer von Google vor dessen Vortrag mit der gesamten oben bereits geschilderten Debatte wertend konfrontiert.

Ergänzt wird dieses Ringen um die öffentliche Deutungshoheit und die Beliebtheit beim Leser/Zuschauer/Zuhörer durch sinnentleerte Berichte über Süchte nach dem Tragen der Google Brille.

Es fällt auf, dass die konservativen Protagonisten des Status Quo eher der älteren (männlichen) Generation zuzuordnen sind (entsprechend der stark gealterten Bevölkerung in Deutschland) während die Vertreter der digitalen Innovation eher jüngere Menschen sind. Gerade erst wieder beschrieb ein Post von @Tinka_Grosse auf der Seite der Netzpiloten, warum ein Alltag ohne Internet zwar denkbar ist, aber angesichts heutiger Arbeitsprozesse und internationaler Netzwerke vollkommen sinnlos wäre. Ich glaube allerdings nicht, dass Angela Merkel und Sigmar Gabriel die Netzpiloten lesen,

Politisch links und gleichzeitig Google-freundlich? Wie passt das zusammen?

Unbedarfte Beobachter werden sich bei einem Gesamtblick auf Debatte fragen, warum die Urteile zu Google und Co. so dermaßen unterschiedlich ausfallen. Wieso haben gerade ausgeprägte Online-Protagonisten, die regelmäßig (zu Recht) auf die staatliche anlasslose Massenüberwachung hinweisen, anscheinend keine Probleme damit, in ihrer täglichen Arbeit auf die Tools zurück zu greifen, die eigentlich ja gerade den Überwachungsaktiväten erst die Möglichkeit bieten, große Datenmengen an einem Ort vorzufinden? Wie ist dieses scheinbar widersprüchliche Verhalten zu erklären?

Wieso wird dieser scheinbare Widerspruch nicht thematisiert? In dem genannten Beispiel würde die Antwort in der Tatsache begründet liegen, dass die stringente Nutzerorientierung der Google- (wie auch Apple-) Produkte die Benutzung der Tools befördert. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst politisch links verortete kapitalismuskritische NGOs Google- und Apple-Tools nutzen. Die Tools sind zu einem großen Teil kostenfrei und extrem praktisch für die Zusammenarbeit. Die dahinter steckende Logik des Digitalen zu verstehen, würde uns in der konservativen deutschen Google-Debatte nutzen; allein, sie wird von den traditionellen Offline-Vertretern nicht verstanden (wenngleich Falk Steiner erst gerade auf die vermeintliche Arroganz der "Tool-Versteher" kritisch hingewiesen hat).

Die politische Nutzung der Google- und Facebook-Daten ist das Problem

Warum ist dieses mangelnde Verständnis problematisch? Gabriel und Merkel lenken von der staatlichen Überwachung ab mit dem Argument, Google und Facebook würden "irgendetwas" mit den Daten der Nutzer machen, das nicht den deutschen Datenschutz-Ansprüchen genügen würde. Dieses Argument verfehlt nur leider den Kern des Problems. Ein Blick in das englischsprachige Ausland wäre hilfreich. So ließe sich leicht feststellen, dass das eigentliche Problem nicht so sehr die Nutzung der Daten der User für gewerbliche Zwecke ist; es ist, so haben es die Global Intelligence Files von Wikileaks gezeigt, die Zusammenarbeit beispielsweise zwischen Google und Stratfor, die aus zivilgesellschaftlicher Sicht fragwürdig ist. Es ist der politische Missbrauch unserer Daten und weniger die gewerbliche Nutzung, die den Kern des Problems darstellen. Hier würde ich im Interesse der Bürger dieses Landes etwas mehr Einblickpotenzial des Feuilletons in Deutschland und etwas weniger Boulevard erwarten.

Auch der Guardian hat inzwischen in der Qualität der Berichterstattung anscheinend den SPIEGEL abgehängt. In einem Artikel zur Veröffentlichung des aktuellen Assange-Buches "When Google met Wikileaks" zitiert das Medium Assange wie folgt: “Compare the mission statements of Google and the NSA – the NSA, who literally say, ‘We want to collect all private information, pool it, store it, sort it, index it, and exploit it.’ Whereas Google says, ‘We want to collect all private information, pool it, store it, sort it, and sell those profiles to advertisers.’ Really, they’re almost identical.”

Diese im Grund genommen falsch verortete und begründete politische Kritik an Google in Deutschland wird inzwischen als "German Googlephobia" (ob der Begriff nun auf New York übertragen wurde oder von dort stammt, ist mir allerdings nicht bekannt; eine erste Erwähung habe ich aber bereits im Jahre 2008 entdecken können - damals war der Begriff für den Overload an Informationen genutzt worden) bezeichnet. War es vor einem Jahr noch eben dieser The Economist, der die Potenziale des Standortes Berlin für Internet-Firmen hervorgehoben hatte, so ist es jetzt dasselbe Medium, dass sich über die platte deutsche Kritik an Google wundert und auf die Gefahren einer solch "kurzsichtigen und selbstzerstörerischen" Debatte hinweist; einer Debatte, die, so der Economist, die Folge von Lobbyarbeit in Berlin sei und für die aufstrebenden Internet StartUps vor Ort eine große Gefahr darstellten. Damit zielt zwar auch der Economist ein Stück weit in die falsche Richtung; es ist jedoch sein Hinweis auf die weitergehenden Auswirkungen einer verkürzten Debatte, die uns aufhorchen lassen sollten. Es geht um die sozialen und gesellschaftlichen Implikationen der Technik.

Populistische Schnellschüsse statt Weitsichtigkeit

Nachdem wir uns hierzulande gerade erst in interessanter Eintracht linker und konservativer Kreise kritisch mit Uber auseinandergesetzt haben, vor der Gefahr der Deregulierung und der Herabsetzung von Standards in Folge der Sharing-Economy beschäftigt haben, ist es gerade die politische Sau des "digitalen Proletariats", die aus Anlass des nationalen IT-Gipfels durch das Dorf getrieben wird. Was aber passieren kann und als Kollateralschaden für die Zivilgesellschaft und die Demokratie bezeichnet werden könnte, wenn vorschnell auf populistische Einschätzungen reagiert wird, zeigt sehr anschaulich das Beispiel der Umsetzung des "Rechtes auf Vergessen" in Folge des Urteils des EuGH. So wurde das Urteil schnell als Sieg des Einzelnen über den Datenkranken Google gefeiert; erst später merkte man dann, dass dieses Urteil dummerweise auf eine Beeinträchtigung der Pressefreiheit mit sich bringen könnte. Inzwischen werden die Stimmen deutlich lauter, die vor der zu schnellen Löschung warnen. Etwas mehr Sachverstand digitaler Logik hätte solch einen Pyrrhussieg vielleicht verhindern können.

Stolpert die Bundesregierung über die Digitalisierung?

Was hat uns der IT-Gipfel nun gebracht? Das Ergebnis wurde in einem typisch austarierten Papier der politischen PR-Abteilung unter der Überschrift "Hamburger Erklärung" (setze wahlweise "Bündnis", "Pakt", "Auftakt", "Agenda", "Roadmap") verschriftlicht. Dieses Papier kennt kein entweder/oder, keine klare Zuständigkeiten oder Positionen sondern ausschließlich "sowohl-als-auch" oder auch "nicht-nur-sondern-auch". Entwicklungen "ergänzen sich gegenseitig" und "können" stattfinden. "Potenziale können gehoben werden", "Effizienzen gesteigert werden". Prozesse sind "nachhaltig". Systeme sollen "signifikant verbessert werden". Und dann taucht sie wieder auf, die geliebte neu asphaltierte Autobahn: "Auch in Zeiten der Digitalisierung ist und bleibt physische Mobilität eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung unseres Landes". Als wollen man mit der Nutzung des Internets den Menschen die physische Mobilität verbieten... #Kopfschüttel

Ich frage mich seit längerem, was wohl irgendwann der politische Grund dafür sein wird, dass die bisher politökonomisch so überaus erfolgreiche Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal abgewählt werden wird. Inzwischen glaube ich, dass die absolute Fehleinschätzung der Digitalisierung und die daraus entstehenden negativen Folgen für den Standort D sowie die Nicht-Anerkennung von Wünschen der Verbraucher wie auch der politischen Bürger an eine digitalisierte Gesellschaft in den nächsten Jahren das entscheidende Problem für Angela Merkel mit Blick auf eine mögliche Wiederwahl werden könnte. Die Piraten waren ihrer Zeit etwas zu weit voraus; die von ihnen angesprochenen digitalen Themen waren noch keine Themen des gesellschaftlichen Mainstreams. In 3-4 Jahren, wenn die Wähler bemerken werden, was sie alles nicht konsumieren und gestalten können, weil wir unter einer defizitären digitalen Infrastruktur leiden, wird das Thema aus der Nerd-Blase ausbrechen und den großen Parteien in Form von Unmut Stimmen kosten. Erste Anzeichen des Ausbrechens gibt es bei der SPD. Es bleibt abzuwarten, ob Sigmar Gabriel die Relevanz der Infrastruktur schneller erkennt als die Kanzlerin.