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Samstag, 26. Oktober 2013

Ist ein politisches System gerechtfertigt, dass Klimawandel und soziale Ungleichheit mit sich bringt....?

... so die provozierende Frage des britischen Comedian Russell Brand in einem aktuellen BBC-Interview mit Jeremy Paxman.

Das Interview, das aufgrund des hektischen und exaltierten Auftretens von Brand nicht immer leicht zu verstehen ist, lässt einige Fragen aufkommen:

  • Kann es sich ein Land wie UK im weltweiten Kampf um die besten Arbeitskräfte leisten, nach wie vor einen scheinbar so heftig geführten internen Klassenkamp gegen breite Schichten der eigenen Bevölkerung zu führen? Die Unterschiede in der Ausdrucksweise, der Emotionalität und der inhaltlichen Positionierung zwischen den beiden Protagonisten ist in einer solchen Konstellation hierzulande nicht denkbar.
  • Was antworten wir der nächsten Generation, wenn sie fragt, wieso wir ein System verteidigen (Geht wählen!), das die Lebensgrundlagen der gesamten Menschen dem Eigeninteresse einiger Weniger opfert?
  • Der zum Ausdruck kommende kritische Abstand zum etablierten politischen System ist nicht gleichzusetzen mit Politikferne; wie wird politische Gestaltung zukünftig in einer zugleich partikularisierten wie auch globalisierten und supranational orientierten Gesellschaft ablaufen, wenn nationale politische Systeme ihre Glaubwürdigkeit verlieren?

Das Interview dauert nur 10 (jedoch aufwühlende) Minuten. Ein Blick hinein lohnt sich; die gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen erscheinen in diesem Licht wie vom anderen Stern.