.

.

Sonntag, 11. August 2013

@jensstoltenberg fährt Taxi

Der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg war schon nach dem Massaker von Utøya dadurch aufgefallen, dass er sich vom Mainstream der politischen Reaktionen dadurch absetzte, dass er zu mehr Offenheit der Gesellschaft aufrief bzw. betonte, dass Offenheit die Antwort auf Terror sein müsse (hier).

Dass ein solcher PM nun erneut durch eine unkonventionelle Vorgehensweise auffällt, ist daher nicht weiter verwunderlich. Anstatt sich ausschließlich auf empirische Analysen der Wählerprioritäten zu verlassen, ist er im Juni einfach einen Tag ins Taxi eingestiegen und hat dem "Volke aufs Maul geschaut". Man kann solch eine Aktion sicherlich einfach als PR-Gag abqualifizieren. Nach nur 3h hatte das Video auf Facebook bereits 1.200 shares erhalten. Dass Stoltenberg einen aktiven Twitter-Account und 216.000 Follower hat, verdeutlicht - selbst wenn es ein reiner PR-Gag wäre - die Reichweite dieses Regierungschefs einen bevölkerungsmäßig kleinen Landes. Das direkte Zugehen auf die Bevölkerung passt jedoch konsistent ins Bild, das er bereits vor 2 Jahren in den Medien abgegeben hat und scheint daher nicht künstlich aufgesetzt zu sein.

Anders herum gefragt: Könnte man sich eine solche Aktion mit der Regierungschefin in Deutschland vorstellen? Wohl kaum.