.

.

Sonntag, 6. Januar 2013

International Open Data Hackathon 2013: Vorbild für nächsten Klimagipfel?

Die Vorstellung, dass für globale Konferenzen Tausende Menschen an einem Ort ohne den Blick auf den ökologischen Footprint zusammenkommen, um Kaffee zu trinken, einige wenige Teilnehmer (gern auch Sherpas genannt) arbeiten zu lassen und sich am Ende für die Medien dieser Welt fotografieren zu lassen, ist irgendwie schräg, wenn es doch prima Alternativen gibt. SPON hatte im Kontext der Weltklimakonferenz diese Debatte dankenswerter Weise mal angesprochen (es ist allerdings natürlich nicht so, dass es diese Debatte nicht vorab auch schon gegeben hätte). Allerdings hat SPON die dahinter stehende Governance-Debatte um die Klimapolitik nur angedeutet. Es geht ja nicht nur darum, dass Lösungen vor Ort eingesetzt werden müssen und besprochen werden müssen. Es ginge darüber hinaus auch die Frage des Prozesses der Erarbeitung und des Austauschs über Lösungen. Wie dies erreicht werden kann, zeigt zur Zeit in prägender Weise die Vorbereitung des globalen Open Data Days (und auch hier) im Februar 2013 in .... Ja, wo eigentlich? "Nirgendwo" und "Überall" könnte man die Durchführung des globalen Events überschreiben.


Der Open Data Day befasst sich mit der Bearbeitung, Visualisierung und Verwendung von offenen (öffentlichen) Daten in unterschiedlichen Kontexten. Es werden während des Events konkrete Apps angedacht und Erfahrungen ausgetauscht; man kann sich dazu v.a. während der Veranstaltungstage weltweit mit der Community in Verbindung setzen.

Die Vorbereitung und die begleitende Erfassung der Event-Ergebnisse erfolgt ausschließlich über ein Wiki, auf dem man, je nachdem, wo man verortet ist, die eigenen Ergebnisse der dezentralen Veranstaltungen eintragen kann. Zur Zeit sind bereits Events in 50 Städten weltweit angekündigt. Diese regionalen Events können dann über die Wikis inhaltlich beobachtet werden. Es wird keinen Präsidenten geben, der sich für ein Abschlussfoto aufstellen wird, es wird keine weltweiten umweltschädigenden Flugreisen geben, es wird keine taktischen Spielchen der Teilnehmer geben. Es interessieren einfach Inhalte und Lösungen.

Eine regionale Veranstaltung wird es hierzulande u.a. in Köln geben. Bereits heute kann man auf dem Wiki mitarbeiten und sich damit einbringen.

Schön, dass mit dieser Art von neuen Veranstaltungsformaten unproduktives Kaffeetrinken zunehmend in den Hintergrund und das Arbeiten in den Vordergrund rücken wird. Bevor bei neuen Formaten nach dem Outcome gefragt wird, sollte diese Frage auch traditionellen Formaten gestellt werden.

(Disclaimer: Der hiermit aus stilistischen Gründen getätigten Überzeichnung des Kaffeetrinkens bin ich mir bewusst).