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Montag, 18. Juni 2012

Die politische Ökonomie einer alternden Gesellschaft in Bildern

Immer wieder werden Politik und Wissenschaft nicht müde zu betonen, dass die Bildung eines der bedeutendsten Politikfelder bei der Bewältigung der Folgen der Alterung darstellt. Sinkende Absolventenzahlen, Fachkräftemangel, in Folge des Übergangs zur Dienstleistungsgesellschaft sinkende Produktivitätsfortschritte, ein alterndes Erwerbspersonenpotenzial, die zunehmende Halbwertszeit von (Erfahrungs-) Wissen sind Herausforderungen, die eigentlich sehr einfach mit mehr Inventionen in die Bildung der jüngeren Generationen ausgeglichen werden könnten.

Eigentlich.

Die Realität sieht bekanntermaßen anders aus; Bildung hat keine Lobby, schulische Institutionen und Bildungspolitiker der Länder verhindern allzuoft die Anpassung an veränderte Herausforderungen, die politische Ökonomie einer alternden Gesellschaft verhindert eine Umschichtung von konsumptiven Rentenzahlungen hin zu investiven Bildungsinvestitionen.

Vor einige Tagen hatte ich Gelegenheit, das Ergebnis dieser politischen Ökonomie in kurzem Zeitabstand mit den beiden Fotos zu dokumentieren.

Foto: Ole Wintermann
CC 3.0 Unported

Foto: Ole Wintermann
CC 3.0 Unported
Die abgebildete Bildungsinstitution liegt am Westring in Kiel. Der Standplatz (der in gewisser Sicht einem Altar ähnelt - man beachte die Scheinwerfer links oben) des Autos des goldenen Kalbs befindet sich auf der sog. Kiellinie der Kieler Woche. Die heruntergekommene Schulfassade und das hervorgehobene Auto symbolisieren sehr bildlich den unterschiedlichen Stellenwert von Bildung auf der einen und materiellen Konsumgütern auf der anderen Seite in einer alternden Gesellschaft, die mehr Wert auf Konsum als auf Nachhaltigkeit legt.

Disclaimer: Ich weiß um die Pauschalität, Zuspitzung, Übertreibung, Unsachlichkeit dieses Vergleichs. Trotzdem aber ist der Gegensatz existent.