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Dienstag, 17. Januar 2012

Schweden übergibt offiziellen Twitter-Account seinen Bürgern

Wieder mal zeigt sich Schweden bei der Anwendung der sozialen Medien und des Internets als erstaunlich innovativ und wegweisend. Nachdem schon die Initiierung der Blogger-Plattform www.newsmill.se eine Vernetzung und Einbeziehung der Bürger in politische Debatten in einem Maße bewirkt, das man sich hierzulande nach wie vor anscheinend nicht (oder nur in Form des Bistro-Stehtisches in der Fußgängerzone) vorstellen kann, hat nun Schweden auch den offiziellen nationalen Twitter-Account an seine Bürger ("Curators") übergeben (die einfachen Spielregeln für die Nutzung sind hier nachzulesen).

Die Begründung für diesen Schritt ist so einfach wie konsequent: "The idea is that the curators, through their tweets, create interest and arouse curiosity for Sweden and the wide range the country has to offer. The expectation is that the curators will paint a picture of Sweden, different to that usually obtained through traditional media."

Mit diesem Schritt setzt das Land Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Bürger, in Eigenverantwortung, Verzicht auf Kontrolle und damit ein Maß an Offenheit, das - wie auch an der Entwicklung der Zahl der Follower abzulesen ist - weltweit wegweisend ist. Es gibt, wie auch schon der norwegische MP Stoltenberg nach dem Attentat in der Pressekonferenz deutlich ausgesprochen hat, damit ein skandinavisches Gegenmodell der Offenheit (es sei hier an die Facebook-Kampagne für die isländische Verfassung erinnert) zu dem durch Kontrolle geprägten politischen Ansatz der USA.