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Samstag, 21. Januar 2012

iBooks Author - Gefahr oder Chance für das Schulsystem?

Unter der Überschrift "Teachers Don’t Like Creative Students" berichtet Alex Tabarrok auf "Marginal Revolution" von der Erfahrung, dass kreative Schüler in der Schule von Lehrern zumeist nicht anerkannt werden - im schlimmsten Fall für ihre Kreativität sogar bestraft werden. Er zitiert hierfür einige Studien incl. deren Erscheinungsjahr. Lehrer bevorzugen, so die Studien, Persönlichkeitseigenschaften, die der Kreativität diametral gegenüber stehen.




Der Grund dafür ist, dass Kreativität mit individuellen Eigenschaften einher gehen, die nicht unbedingt massenkompatibel sind und daher einen anderen persönlichen Umgang erfordern. Gerade kreatives Verhalten oder Potenzial ist darauf angewiesen, so Tabarrok, dass die Umgebung es auch fördert bzw. zulässt. Das Erstaunliche ist, dass Lehrer offiziell angeben, kreative Schüler besonders zu fördern und deren Verhalten zu honorieren. Der Widerspruch zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung bietet die Chance zur Verhaltensänderung.

Warum dies relevant ist?

Apples Vorstellung der neuen App "iBooks Author" ist der erste Schritt in Richtung eines App-Stores für Schulbücher. Es darf davon ausgegangen werden, dass es da draußen eine ausreichend große Anzahl von Menschen geben wird, die ein Interesse daran haben, die Lerninhalte zu demokratisieren und in kreativer (!!) Weise iBooks zusammen zu stellen, die sie dann auch entsprechend aktuell und günstig verkaufen können. Es wäre gut für einen großen Teil des Schulsystems, sich auf diese anstehenden Änderungen einzustellen. Vor kurzem äußerte sich ein Lehrer im Gespräch mir gegenüber dahingehend, dass Lehrer heutzutage nur noch selten von den Schülern ernst genommen werden. Vielleicht sollten Kreativität und moderne Medien als Chance begriffen werden? Könnte es sein, dass darin die Antwort auf diese Frage liegt?