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Montag, 12. Dezember 2011

Capitol Words - neues Transparenz-Tool der Sunlight Foundation

Seit kurzem ist die Sunlight Foundation mit einem weiteren Tool zur Steigerung der Transparenz des politischen Diskurses und der politischen Dynamiken online gegangen. Das neue Tool nennt sich "Capitol Words" und identifiziert die politischen Buzzwords, die im Kongress der USA in den letzten 15 Jahren von den zwei Parteien genutzt worden sind. Hierbei können die Buzzwords nach täglicher, wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Frequenz der Nutzung ausgewertet werden. Die Unterlagen des Kongresses, die dem Screening unterliegen, werden täglich aktualisiert und bspw. den Rednernamen, den Parteien und dem Topic zugeordnet. Die Darstellung der Häufigkeiten erfolgt in relativer Darstellung. Häufig genannte Phrasen werden etwas übergewichtet, um deren Nennung stärker von der Masse der Wörter in den Texten abzuheben. Interessant ist vor allem auch die Eingabe von Gegensatzpaaren wie "war" und "peace".


Ich habe sogleich das Thema "Global Warming" recherchiert. Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Ladung des Themas bietet es sich ja geradezu an. Welche Ergebnisse konnte man schnell und auf ersten Blick erkennen:
  • das Them hat in den Jahren seit 1996 eindeutig zu erkennende Peaks in der Dynamik gehabt
  • diese Peaks sind 1997/1998 erkennbar, dann wieder 2001, 2005 und sehr umfangreich 2007-2009
  • bis auf aktuelle Nennungen im Durban-Kontext wurde das Buzzword 2009 und 2010 ebenso selten genannt wie vor Beginn des allerersten Auftretens in der Debatte in den Jahren 1996 und 1997
  • daraus kann man durchaus den Schluss ziehen, dass Global Warming den USA zur Zeit absolut kein politisches Thema darstellt
  • die Nennung erfolgte hauptsächlich im semantischen Kontext Kalifornien und Oklahoma; weit abgeschlagen ist der semantische Kontext zu Texas platziert....
  • die häufigsten Nennungen kamen von Seiten zweier republikanischer Abgeordneter; dies verwundert nur auf den ersten Blick, handelt es sich doch um die emotional geführte Debatte um die Existenz der globalen Erwärmung
Interessant ist weiterhin ein Blick in die verbundenen Texte, die als besonders relevant für den Begriff "Global Warming" genannt werden. So ist es die republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher, die eine Weltverschwörung hinter dem Thema vermutet und mit Leidenschaft feststellt:

"In my lifetime, there has been no greater example of this threat, which Eisenhower warned us about, than the insidious coalition of research science and political largesse—a coalition that has conducted an unrelenting crusade to convince the American people that their health and their safety and—yes—their very survival on this planet is at risk due to manmade global warming. The purpose of this greatest-of-all propaganda campaigns is to enlist public support for, if not just the acquiescence to, a dramatic mandated change in our society and a mandated change to our way of life. This campaign has such momentum and power that it is now a tangible threat to our freedom and to our prosperity as a people."

Manchmal kann politische Transparenz schmerzen.