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Dienstag, 27. September 2011

Facebook-Datendebatte schadet dem Open Data-Thema

Während es in der Vergangenheit bei Erwähnung der Datenproblematik im Kontext der Facebook-Nutzung konsum-internet-technik-kritischen Experten vorbehalten war, ihre Bedenken vorzutragen, scheint mit der Ankündigung der Einführung der neuen Facebook-Tools die Kritik im Mainstream angekommen zu sein. Berichte wie auf netzpolitik.org über gefakte bzw. unvollständige Logout-Mechanismen tragen ein Übriges dazu bei, das latent vorhandene Misstrauen in das allmächtige Facebook zu stärken.

Dabei verursacht die Datendiskussion einen Folgeschaden (um militärische und inzwischen übliche Begrifflichkeiten zu vermeiden) in anderen netzpolitischen Feldern wie der Open Data Thematik. Es droht eine Verwischung der "Daten"-Diskussion zwischen öffentlich nutzbaren nicht-personalisierten Daten und privaten schützenswerten Daten. Solange die veröffentliche Diskussion über Daten durch Negativbeispiele wie Facebook oder SchülerVZ (in 2010) dominiert wird, stellt es eine gewisse Herausforderung dar, über die Zielsetzung und Sinnhaftigkeit von "Open Data" zu sprechen, ohne nicht gleich irgendwelchen Verdächtigungen - aus dem bürgerlichen Lager die Angst vor Wikileaks, aus dem linken politischen Lager der Verdacht der Kommerzialisierung öffentlicher Datenbanken - ausgesetzt zu werden.

Vielleicht gibt es ja in naher Zukunft tatsächlich eine FB-Alternative, für die man nicht erst einen Programmierkurs besucht haben muss. Ich denke, die Zeit ist reif für eine solche Alternative. Das unter Experten hochgelobte Diaspora konnte mich angesichts des unklaren Entwicklungsfortschritts und der Herausforderung, sich registrieren zu lassen, jedenfalls bisher nicht überzeugen.