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Dienstag, 7. Juni 2011

Open Gov Ohu Kick-Off im Rahmen des Google Co:llaboratory - wie bitte?

Die Verwendung von englischen Fachbegriffen oder Abkürzungen nimmt so manches Mal seltsame Umfänge an. Daher sei im Folgenden kurz auf erklärende Seiten für die in der Überschrift genannten Begrifflichkeiten - die in dieser Kombination durchaus und wirklich einen Sinn ergeben - verwiesen: Open Gov (auch Government 2.0), Ohu, Co:llaboratry.

Im Kern geht es bei den sog. Ohu-Treffen darum, dass Google (u.a. in Deutschland) kleine Initiativen und Projekte ins Leben gerufen hat, um zu ausgewählten Themen - Innovationskultur, Open Gov, Urheberrecht, Privacy - interessante Diskurse (und keine Bistrotischchen-Veranstaltungen) führen zu lassen. Als sehr bemerkenswert muss die Transparenz der Arbeit und die Offenheit der Gruppen hervor gehoben werden. Sowohl die Mitglieder als auch die Ergebnisse der Arbeit werden zentral gesammelt und offen dargestellt.

In der Collab Ohu zu Open Gov werden wir uns (nach besagtem Kick-Off) in nächster Zeit mit der selbstgestellten Aufgabe befassen, konkrete Elemente eines Open Gov Systems zu erarbeiten. Bisher leidet die Debatte über die Möglichkeiten einer erweiterten Partizipation leider (bedingt durch die bisherigen Stakeholder) unter dem Generalverdacht einer "Dagegen-Mentalität". Bisher ist es nicht gelungen, Politik und weite Teilen der Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Social Media und Internet allgemein nicht dazu dient, gegen etwas zu sein, sondern sich vielmehr gemeinsam für etwas einzusetzen. Die Medien tragen in Deutschland daran sicher eine gewisse Mitschuld durch ihre Art der Berichterstattung (so aktuell wieder auch der Thessa-Vorfall).

Es kommt daher darauf an, mit konkreten Anwendungsfällen (sehr schönes Beispiel der Open Data-Vertreter) deutlich zu machen, dass wir das Internet immer stärker benötigen, um zukünftigen Herausforderungen überhaupt begegnen zu können; das Netz dient der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen für komplexe globale Probleme sowie der Kommunikation und Information über Missstände in Gesellschaften und Diktaturen. Darum ist es wichtig, sich auf Eckpfeiler eines Prinzips von Open Gov in Politik und (!) Wirtschaft zu einigen und zu verständigen. Die US-Initiative zur Strategie im und für den Cyberspace hat deutlich gemacht, dass diese Debatte nicht einem einzigen Land überlassen bleiben sollte.

Welche Elemente benötigen wir für die Gestaltung von Open Gov/Government 2.0, um damit zukünftige globale Probleme besser/effizienter bewältigen zu können? Einen ersten Ansatz der Beantwortung gab es in Deutschland u.a. durch die Reboot_D-Publikation. Seitdem gab es aber Fukushima und S21. Was können wir aus diesen Erfahrungen lernen?