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Montag, 27. Juni 2011

Warum die Kieler Woche einen Besuch wert ist



Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich nun wieder Gelegenheit, die Kieler Woche zu besuchen. Nach 10 Jahren der Abwesenheit fallen bei einem Besuch andere Dinge und Themen auf, die vorher vielleicht als zu selbstverständlich wahrgenommen worden sind und die es aber wert sind, mit Blick auf andere Volksfeste vergleichbarer Größe eigentlich offensiver kommuniziert zu werden.

Wie es schon bei Wikipedia in den jeweiligen ersten Sätzen heißt, ist die Kieler Woche eines der größten Segelsportereignisse der Welt (3 Mio. Besucher) während beim nicht minder bekannten Oktoberfest im ersten Satz die höhere Stammwürze des Bieres betont wird. Das ist eigentlich ein schöner Gegensatz, den man so stehen lassen könnte. 

Weiteres Merkmal der Kieler Woche ist die ausgesprochene Fokussierung auf den internationalen Charakter, die sowohl in den Segelregatten als auch dem Internationalen Markt zum Ausdruck kommt. Mit dem Gelände der Krusenkoppel gibt es eine große Fläche, die allein für Aktionen für Familien mit Kindern reserviert ist. Sportliche Aktivitäten, die von entsprechenden Firmen gesponsert werden, prägen das Erscheinungsbild bis in die Innenstadt hinein. Das Thema Nachhaltigkeit wird durch Sponsoren aus dem Bereich der Windenergie befördert. Die Kreuzfahrtschiffe aus Skandinavien und Westeuropa, die bis in die Fußgängerzone hinein an den Kais festmachen, tragen ein Übriges dazu bei, internationales Flair zu verbreiten.

Sport, Skandinavien, Nachhaltigkeit und Familienfreundlichkeit sind also eigentlich Kernelement der Kieler Woche, die es der PR leicht machen sollten, das in Nordeuropa bekannteste und größte Volksfest als "Gesamtprodukt" zu exportieren. Allein: es mangelt am Selbstbewusstsein, das in anderen Regionen augenscheinlich besser verortet zu sein scheint. Vielleicht würde ja zukünftig ein Hinweis auf Wikipedia ausreichen, um deutlich zu machen, warum die Kieler Woche einen Besuch wert ist.