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Freitag, 1. April 2011

AKWs und Leukämie bei Kleinkindern

Im Jahre 2007 hat das Deutsche Kinderkrebsregister eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz durchgeführt - die sogenannte KIKK-Studie.

Ziel der Untersuchung war es nach einem gehäuften Auftreten von Leukämie bei Kindern in der Umgebung des AKW Krümmel, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Wohnort in der Nähe eines AKWs und dem Auftreten von Krebs bei Kindern - und hierbei insbesondere Leukämie - gibt.

Die Studie gibt im Ergebnis auf diese Frage ein recht eindeutige Antwort (Seite 1 der Kurzfassung auf den Seite des BFS): "Kinder, die in der Nähe eines Kernkraftwerkes aufwachsen, erkranken öfter an Krebs. (...) Bei Leukämie sind sogar mehr als doppelt so viele Fälle aufgetreten wie zu erwarten waren". Im Fokus der Untersuchung standen dabei insbesondere Kinder unter 5 Jahren, der Zusammenhang zwischen der Entfernung zum AKW und dem Risiko an Krebs zu erkranken sowie die Suche nach möglichen alternativen Einflussfaktoren, die das Entstehen von Krebs begünstigen könnten. Damit bestätigte diese Studie eine ebendort zitierte internationale Meta-Studie (Baker PJ, Hoel DG 2007: Metaanalysis of standardized incidence and mortality rates of childhood leukemia in proximity to nuclear facilities, Eur J Cancer Care 16: 355-363), die bei Betrachtung einer Vielzahl von Untersuchungen zu diesem Thema zum gleichen Schluss gekommen war.

Das Risiko für Kinder in Deutschland, an Krebs zu erkranken, steigt bereits ab einer Entfernung von ca. 40 km an und erreicht bei einem Abstand von 2 km zum AKW eine mehr als Verdopplung gegenüber den Krebsrisiko der Kinder in der Kontrollgruppe. Die Abstandsabhängigkeit des Risikos trifft in erster Linie für Leukämie zu.

Die Studie hat auch nach möglichen alternativen Erklärungsansätzen für die Häufung speziell von v.a. durch Strahlung verursachter Leukämie gesucht - Hochspannungsleitungen, Nähe zu Flüssen, Strahlung innerhalb des Hauses, Pflanzenschutzmittel, Röntgen des Kindes, Allergien; keine dieser anderen Faktoren konnte aber auch nur ansatzweise die Häufung von Leukämie erklären.

Die Faktenlage scheint demnach eigentlich relativ deutlich zu sein. Dennoch stellt die KIKK-Studie abschließend fest: "Es gibt Hinweise aber keine Beweise".

Die sich daran anschließende Stellungnahme des Bundesministeriums für Umwelt geht in dieselbe Richtung. Die emittierte Strahlung müsse eigentlich 1.000fach höher sein, um eine solche Häufung von Leukämiefällen durch Radioaktivität auslösen zu können.

Methodisch betrachtet sind die Schlüsse beider Quellen folgerichtig: Es wurde ein statistischer Zusammenhang festgestellt, der nicht unbedingt einer sachlichen Kausalität entsprechen muss.

Nur scheint es mir jedem selbst überlassen, eigene Schlüsse aus der Tatsache zu ziehen, dass es in Deutschland Schwerpunkte der Neuerkrankung von Leukämie bei Kleinkindern gibt, die rein zufällig mit der Lage der AKWs übereinstimmen - Krümmel ist also kein Einzel- sondern ein Regelfall, wie die Studie ja auch selbst feststellt.

Ich hätte jedenfalls lieber Windräder in der Nachbarschaft.