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Donnerstag, 27. Januar 2011

Europäische Kommission startet Leitinitiative zum nachhaltigen Wachstum

Gestern hat die Europäische Kommission eine sogenannte Leitinitiative (Was ist eine Leitinitiative?) für nachhaltiges Wachstum gestartet. Im Kern geht es um einen effizienteren Ressourceneinsatz bei der Produktion von Gütern und der Bereitstellung von Dienstleistungen. Das Erreichen einer höheren Ressourceneffizienz wird in den Bereichen "Energie, Verkehr, Klimaschutz, Industrie, Grundstoffe, Landwirtschaft, Fischerei, Biodiversität und regionale Entwicklung" angestrebt. In einem Dokument, auf das im Zuge der Pressemitteilung verwiesen wird, finden sich weitere Einzelheiten der Planung auf EU-Ebene.

So ist es das Ziel:
  1. die Importabhängigkeit der EU von Rohstoff (preisen) zu reduzieren,
  2. die technischen Innovationen zur Steigerung der Ressourceneffizienz zu steigern,
  3. die Recycling-Quote zu erhöhen,
  4. den Konsumenten für diese Frage zu sensibilisieren, 
  5. die CO2-Emissionen zu senken,
  6. und Umweltprodukte und Dienstleistungen aus der EU als Standortfaktor zu nutzen.
Abschließend werden 6 (!) Maßnahmen und Institutionen aus den Industrieländern als nachahmenswert empfohlen.

Das Ansinnen ist natürlich vorbehaltslos zu unterstützen. Nur stellen sich mir bei Lektüre der Dokumente zwei Fragen:
  • Wie sollen diese normativen Ziele auch nur ansatzweise in der Praxis handlungsleitend Anwendung finden? Auch eine Recherche der weiter führenden Links zu dieser Initiative lässt den interessierten Leser angesichts der fehlenden Umsetzungsoptionen etwas ratlos zurück.
  • In den Dokumenten wird durchweg der "Schutz der Wirtschaft" (Zitat) vor dem "Schutz der Umwelt" genannt. Im Sinne der Kausalität, dass ohne Umwelt kein Wirtschaften möglich wäre, scheint mir dies ein unglückliches Versehen zu sein (oder?).
Die derzeit unter dem Hashtag #WEF zu lesenden Tweets geben interessante Hinweise auf das Verständnis der Kausalität dieser beiden Politikfelder.