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Freitag, 26. November 2010

Wieso weist dieses Unternehmen auf die Klimaschädlichkeit der eigenen Produktion hin?

Dass die deutsche Lebensmittelindustrie bereits beim Streit um die Deklaration der Inhaltsstoffe mit einer Lebensmittelampel nicht zu den stärksten Befürwortern größerer Transparenz gehört hat, hat sich zwischenzeitlich herum gesprochen (eine prägnante Zusammenfassung des Diskussionstandes findet sich beispielsweise hier). Die Warnungen der Ärzte, der Verbraucherschützer und der Krankenkassen wurden nicht beachtet.

Wie würden dieselben Firmen reagieren, wenn sie einen Blick auf die Klimakarte der schwedischen Schnellimbisskette MAX wagen würden? Die Imbisskette hat scheinbar Unvernünftiges gewagt.

MAX hat die "Nachhaltigkeit" der eigenen Produktion in Bezug auf die CO2-Emissionen in konkrete Zahlen umgewandelt. So erfährt man ganz direkt etwas über die unmittelbare Klimarelevanz der einzelnen Produkte. Beispielhaft sind im Folgenden jeweils die kg-Werte der jeweils mit einer Portion dieses Lebensmittels verbundenen CO2-Emissionen genant:

2,8 - Max de Luxe    
1,9 - Frühstücksburger
1,8 - Low-Carb-Gericht
0,8 - Cheeseburger
0,6 - Großer O-Saft
0,5 - Hänchensalat
0,4 - Milchshake
0,2 - Fischburger

Wie kann ein Unternehmen so explizit darauf hinweisen, dass der Verzehr der eigenen Produkte klimaschädlich ist? Als nächsten Schritt plant MAX nun auch noch die Nennung dieser Klimabelastungen unmittelbar auf den Speisekarten.

Ich denke, jedem Kunden - und dies weiß natürlich auch MAX - ist sehr wohl bewusst, dass die Herstellung von Lebensmitteln CO2 freisetzt. Das Entscheidende aber ist - und dies unterscheidet die Unternehmenspolitik von MAX anscheinend von der Vorgehensweise vieler deutscher Lebensmittelhersteller - dass MAX dem Kunden zutraut, angesichts der stark differierenden Emissionswerte eine Entscheidung eigenständig zu treffen. Ihm wird anhand dieser Klimakarte die Möglichkeit gegeben, selbst zu entscheiden, ob und wie er seine Konsumentscheidung von den Emmissionswerten abhängig machen möchte. Hierfür bedarf es einer gewissen Transparenz, um die richtige Entscheidung treffen zu können. Schade, dass die Transparenz dem deutschen Konsumenten anscheinend nicht zugemutet wird.