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Freitag, 2. Juli 2010

Apps4democracy und Open Data als Lösungsansatz globaler Probleme?

Dass auch die Entscheider auf kommunaler Ebene an IT-basierten Ansätzen der politischen Gestaltung interessiert sind, konnte ich gestern im Zuge eines Vortrags bei einer Sitzung der Initiative Global Cities Dialogue in den Räumen von Cisco in Eschborn erleben.

Nach einführenden Worten der Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig hatten Diogo Vasconcelos und ich die Möglichkeit, technikbasierte Handlungsansätze zur Bewältigung des demographischen Wandels in den Kommunen vorzustellen.


Über die Standardnutzung des Webs zur Einbindung der Bürger einer Kommune im Zuge eines Leitbildprozesses gibt es inzwischen mehrere Ansätze zur Verwendung des Internets zur Bewältigung von Herausforderungen für den Bürger.

1) Die nach wie vor bestehende Bandbreitenproblematik in Deutschland ist aber bei Erreichung dieser Nutzung von Internet-Tools nach wie vor ein nachhaltig wirkender Standortnachteil. Dies gilt nicht nur für Unternehmen sondern zunehmend auch für junge Familien, um die die Kommunen eigentlich werben müssten.

2) Damit aber sind auch die Möglichkeiten des HomeOffices der Beschäftigten einer technischen Restriktion unterworfen. Dies vermindert auch die räumliche Flexibilität der Arbeitnehmer und damit den potenziellen Zuzug in eine andere Gemeinde.

3) Kommunen in Schweden nutzen dagegen sehr viel mehr als deutsche Kommunen das Web als Möglichkeit, neue Arbeitnehmer und damit Einwohner für ihre Kommune zu gewinnen (so bspw. das hierfür aktive MEDAK-Netzwerk).

4) Ein weiteres Beispiel dafür, wie in Schweden das Internet genutzt wird, um auch älteren Bürgern einen nützlichen Service anzubieten, ist das netzbasierte Energiemanagement in Koordination des schwedischen Wetterdienstes SMHI.

5) Städte wie Jönköping bieten zudem öffentliches Wlan zu sehr geringen Kosten an und garantieren damit das recht auf Zugang zu Informationen im Bereich des Stadtgebietes.

Es ist keine Überraschung, dass erneut ein skandinavisches Land in einem Aspekt der Innovationsfähigkeit Deutschland voraus ist.

Abschließend bot sich daher erfreulicher Weise die Möglichkeit, die kommunalen Vertreter direkt mit dem Wettbewerb Apps4democracy in Kontakt zu bringen, stellt dies doch potenziell eine sehr effiziente Möglichkeit dar, die Daten dem Bürger wieder "zurück zu geben" und im Sinne der Bürger und der Unternehmen nutzen lassen zu können. Das Interesse an diesem Wettbewerb, der Ende des Jahres abgeschlossen werden soll, war scheinbar groß. Mal sehen, ob sich dies in nachhaltigen Aktivitäten zeigt.