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Donnerstag, 3. Juni 2010

Rework The World! Leksand/Schweden

Wie kann die Welt zu einem besseren Ort gemacht werden? Dieser Frage gehen zur Zeit ca. 1.500 Teilnehmer beim 5. Global Summit „Rework The World“ der schwedischen Tällberg-Foundation und des YES inc. in Leksand/Schweden nach.




Der Event ist durch hohes Engagement der beteiligten Aktivisten gekennzeichnet. In etlichen Arbeitsgruppen geht man der Frage nach, wie die Lebensbedingungen v.a. in den sich entwickelnden Ländern verbessert und die Bedingungen in den entwickelten Ländern nachhaltiger gestaltet werden können. Hierbei ist die Diskussion durch einen allgemeinen Erfahrungsaustausch der hier vor Ort vertretenen NGOs gekennzeichnet. Handlungsleitende Frage ist dabei stets, in welcher Weise Menschen für relevante Themen aktiviert werden können. Übergeordnete Themenbereiche sind dabei Städte, Land, Wasser, Energie und Menschen.




Zu Beginn des Events am heutigen Tag gab es eine hoch interessante Podiumssession – mit musikalischer Begleitung – in der der Vorsitzender Tällberg-Foundation, Bo Ekman, und die Nobelpreisträgerin für Ökonomie des Jahres 2009, Elinor Ostrom, die Grundlinien der globalen Entwicklung dargelegt haben. Ekman brachte es auf den Punkt: „From Linear to flux“. Bemerkenswert war dagegen, dass er diese Komplexität nicht auf die Schnittstellen zwischen den globalen Megatrends anwendete, sondern auf die Betrachtung der Wechselwirkungen innerhalb der Biossphäre. Die Betonung der Wechselwirkungen hatte Hans Rosling am Vortag in einem Beitrag über die globale Demographie aus Sicht des Statistikers dargelegt.




Olson betonte ergänzend zu Ekman die Notwendigkeit, die Vorstellung zu überwinden, von der Regierung, der Bevölkerung und den NGOs zu sprechen. Es gibt keine klassische Hierarchie – die Regierung weiß, was sie im Sinne der Menschen zu entscheiden hat - mehr, die den Menschen in Zeiten dieser globalen Dynamiken und Komplexitäten den Eindruck einer Scheinsicherheit vermittelt. Hierarchien sind insofern ineffizient, da sie Komplexitäten nicht anerkennen. Daher ist auch der Glaube an die eine ideale Gesellschaftsform, die Top-Down eingeführt werden müsse, nicht nachhaltig. Diese muss sich im Gegenteil Bottom-Up entwickeln, da nur dies die Präferenzen der Menschen berücksichtigen würde. Fokussiert stellte sie es durch folgende Aussage dar: „Democracy is not defined just by voting“.

Diese Qualität des Inputs würde man sich häufiger wünschen. Gerade die Beschreibung der vielen kleinen Grassroot-Projekte machte deutlich, dass zum Gelingen einer solchen Veranstaltung ein Gleichgewicht von visionären Inputs auf der einen und praktischem Austausch von Erfahrungen auf der anderen Seite unabdingbar ist. Praktiker und Visionäre sind aufeinander angewiesen, um eine nachhaltige Wirkung ihrer jeweiligen Aktivitäten zu erreichen.